Montag, 19. September 2011

Apathy - Honkey Kong


Release Date:
23. August 2011

Label:
Dirty Version Records

Tracklist:
01. Honkey Kong (Feat. Vinnie Paz)
02. Holy Ghost (Feat. Slaine)
03. The Villain (Feat. Ill Bill)
04. Check To Check
05. Stop What Ya Doin' (Feat. Celph Titled)
06. The Recipe (Feat. Xzibit)
07. Fear Itself
08. Who Got Da Juice (Feat. Blacastan) (Skit)
09. It's Only Hip-Hop (Feat. Brevi)
10. I Dedicate This To You (Feat. Tosha Makia)
11. All I Think About (Feat. Action Bronson)
12. Never Say Never (Feat. General Steele & Mad Lion)
13. Albino Gorillas (Feat. Esoteric)
14. Peace Connecticut
15. Army Of The Godz (Feat. Esoteric, Blacastan, Reef The Lost Cauze, Outerspace, Motive, Celph Titled & Vinnie Paz)
16. 1:52 AM

Review:
Wie oft kommt es schon vor, dass einem ein witziger Titel einfällt, der so gut ist, dass man sein Album danach benennen muss? Da nicht nur Apathy die Verballhornung von Donkey Kong ziemlich lustig fand, setzte sich seine Idee durch und man blickt nun auf dem Cover einem Albino-Gorilla ins Gesicht, der zudem noch als wunderbares Sinnbild der Mic-Tauglichkeit von Apathy taugt. Auch sonst ist seit "Wanna Snuggle?" noch ein wenig passiert: Weiterhin überzeugt davon, dass ein Label als Mittelsmann nur unnötige Kosten bedeutet, wurde mit Celph Titled Dirty Version Records aus der Taufe gehoben (wieso das nötig war, wo schon Demigodz Ent. existiert, wird sich hoffentlich noch zeigen), darüber hinaus befiel Apathy nach Rückkehr von seiner Europa-Tour eine schwere Agoraphobie, die ihn einige Zeit komplett in seinem Haus fesselte. Man darf also praktisch froh sein, dass es mit "Honkey Kong" überhaupt ein neues Album gibt.

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Und zwar offensichtlich eines, das Sinn für Humor hat, wo wir wieder beim Titel gelandet wären. Ein Fun-Album ist "Honkey Kong" deswegen keineswegs, es wird natürlich teilweise gesund gebattelt, insgesamt handelt Apathy aber mal wieder alles ab, was ihn so bewegt. Wesentlich bemerkenswerter ist diesmal die Gästeliste, denn wo "Wanna Snuggle?" großteils in Eigenregie entstand, legt Ap hier nur noch bei drei Beats selbst Hand an und versammelt stattdessen ein beachtliches Lineup, um die Lücken zu stopfen, während er auch am Mic keineswegs alleine unterwegs ist. Glücklicherweise schlägt Apathy dabei sein Ohr für gute Beats nicht in den Wind und erreicht so zwar nicht ganz die Atmosphäre von "Wanna Snuggle?", das war aber ganz augenscheinlich auch nicht das Ziel. "Honkey Kong" ist ein ausgewogenes Hin und Her zwischen Representern und nachdenklichem, teils persönlichem Material. Das Eis wird nach dem verhaltenen Opener mit einer Eigenproduktion gebrochen, "Holy Ghost" drischt über einen wunderschönen Representer feinste Battle-Phrasen ("You better stay calm, display your palm, say salaam / Before I stuff your mom, make her suck my lucky charms"). In diese Richtung geht auch "Stop What Ya Doin'", die Premo-Produktion der Scheibe, für die der Produzent mit Gottesstatus sogar ein halbminütiges (unnötiges) Intro spricht - die Durchschnittsware, mit der er dann aufwartet, war diesen Aufwand allerdings nicht wert. Und wenngleich "Honkey Kong" nicht lose wirkt, kann man die Tracks doch wunderbar separat betrachten und so die Hoch- als auch Tiefpunkte gut hervorheben. Mad Lion auszugraben ist zwar eine witzige Idee, ins unspektakuläre "Nevery Say Never" passt er trotzdem nicht. Mit den themenbezogenen Songs wird sowieso öfter gepunktet: "It's Only Hip-Hop" trifft ins Schwarze und meistert es, einerseits den Fans zu danken, andererseits aber das eigentliche Anliegen, die zu aufdringlichen und Ap zu nahe tretenden Fans um etwas Abstand zu bitten ("Listen man, it's a real simple rule: keep cool, don't be comin' out your mouth like a fool"), an den Mann zu bringen. "Check To Check" (mit starkem Beat und Outkast-Voicecut von Evidence) gibt einen Einblick in Ap's Leben ("The only time I wake up early is for court dates and flights"), das feste Einkommensquelle und damit etwas Struktur vermisst, zumal Ap zugibt, nicht mit Geld umgehen zu können. Doch es scheint zum Leben zu reichen, weswegen man Zeit findet, mit Nachbar Blacastan einen Wu-Tang-Skit mit Gummibären neu zu interpretieren, mit Esoteric im mittelmäßigen "Albino Gorillas" die weißen Gorillas loszulassen oder die eigene Heimat über einen überraschend guten, relaxten Beatminerz-Cut zu feiern. Auch der AOTP-Auflauf gelingt, während zusammen mit Ill Bill in "The Villain" diverse Bösewichte der Gesellschaft ("Picture hand shakes that most never notice / The picture's always been there, it's simply how you focus"), von den Taliban bis hin zu geldgeilen Priestern, aufgereiht werden. Den instrumentalen Kracher der Scheibe setzt allerdings ein bestens aufgelegter Muggs im rumpelnden "Fear Itself", während Ap seiner Platte mit "1:52 AM" ein ruhiges aber bedrohliches Ende mit einer unglücklich endenden Geschichte setzt.

In gewisser Hinsicht ist auf Apathy Verlass, denn ein schlechtes Album hat man von dem Mann bisher nicht gesehen. Bei anderen Künstlern hätte das wilde Ansammeln dekorierter Gäste wohl in einem unstrukturierten, mittelmäßigen Album geendet, Apathy schafft es, alle Beteiligten in Reih und Glied aufzustellen und selbst immer den Takt vorzugeben. Dass er diesmal weniger selbst produziert stört dabei auch nicht groß, wenngleich das hoffentlich nicht darin endet, dass in Zukunft nur noch das von ihm gepushte lokale Nachwuchstalent Teddy Roxpin (hier überschaubre zweimal vertreten) ins Rennen geschickt wird. Ansonsten bietet "Honkey Kong" von vielem etwas und wird darüber hinaus den meisten mit vielem auch noch gefallen, denn Apathy ist ein vielseitiger Emcee, der die Battle-Rap-Schlachten in den Reihen der AOTP ebenso beherrscht wie die Vermittlung dosierter persönlicher Information. Für "Honkey Kong" gilt: überwiegend gute Beats, ein gut aufgelegter Apathy, da kann man nicht viel falsch machen.

6.8 / 10

Shahmen - Enter The Circle


Release Date:
30. April 2010

Label:
Project Mooncircle / Free Download

Tracklist:
01. Dirt
02. Shell Dweller (Feat. Unorthadox)
03. Abacus
04. Mark
05. Van Gogh's Crows
06. 1981985 Pt. l (Feat. Unorthadox)
07. World of Wils Pt. l

Review:
Im Jahr 2006 stattet das damals noch absolut unbeschriebene Blatt Bless der Stadt Amsterdam einen Besuch ab und trifft dort einen gewissen Sense, der als Produzent bereits ordentlich geschäftig ist und unter anderem bei TheQ4 mitwerkelt. Trotzdem nimmt man einen gemeinsamen Song auf, geht dann aber wieder getrennte Wege, der MC aus Los Angeles muss für sein Studium zurück nach NY. Dort wächst ihm das Tape mit Beats, das er von Sense erhalten hat, ans Herz, was 2007 seine Rückkehr nach Amsterdam motiviert. Sein geplanter Albumpartner hat jedoch alle Hände voll zu tun und geht zunächst nicht auf das Angebot einer vollwertigen Zusammenarbeit ein. Doch da Bless sein Reimebuch im Studio vergisst und Sense das Geschriebene für genau zu seinem Sound passend befindet, kommt das Duo der Shahmen doch noch zusammen und nimmt direkt eine große Zahl Tracks auf. Dank Sense besteht der Draht zu Project Mooncircle, 2010 gibt man der Welt mit der kostenlosen EP "Enter The Circle" einen Vorgeschmack auf das bereits angekündigte Album.

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Im Gegensatz zu den wesentlich experimentelleren Ansätzen von TheQ4 liegt das Augenmerk bei den Shahmen eindeutig mehr auf striktem HipHop, was aber noch lange nicht heißen will, dass hier eine von so vielen 08/15-USA-Europa-Kombos, die denkt, mit dem Zelebrieren der transatlantischen Verbindung sei's schon getan, für eine Runde typischen Bummtschack zusammengekommen ist. Sense wird als Schüler von Muggs und RZA mit einer eigenen, mystischen Note beworben, was von der Wahrheit gar nicht so weit weg ist. Seine Sample-Arbeiten sind für sich schon nicht von schlechten Eltern, hinzu kommt dann noch sehr dosierter Einsatz von Live-Instrumenten, was genau die richtige Szenerie für Bless ist, der sich am Mic als wahre Überraschung herausstellt. Nichts ahnend steigt der Hörer bei "Dirt" ein und wird zuerst nur von einem Cello empfangen, das die ersten 20 Sekunden Stimmung aufbaut, bis die Drumline sowie noch ein weiteres Geräusch einsetzt. Ist das ein zweites, sprechendes Cello? Nein, das ist Bless, mit einer Stimme, die so basstief durch die Boxen surrt, dass das Cello vor Neid erblasst. Man drehe den Bass voll auf und genieße die zudem auch noch sehr kräftigen und bildhaften Lines, die diese kinnladensenkende Vorstellung perfektionieren:

"I was born by the beach, water round my bones
First heart beat became the 808 tone
Speech came later, gets greater as I grow
Peace to the haters and a prayer for my foes
Love to my family and my family keeps growin'
Death to the vanity, cause dammit we gold
Turn into rust and then into dust
Carved in ebony with an elephant tusk
"


 
Der Aufbau der restlichen Songs ist nicht ganz unähnlich, was bei der Kürze der EP allerdings kein Problem darstellt: Cello, Bass und Gitarre werden auch in den restlichen Songs regelmäßig zum Einsatz gebracht und geben den schnörkellosen Gerüsten von Sense einen ganz eigenen Flair, zu dem Bless wie die Faust auf Auge passt. "Shahmen, the illest seven letter word since Outkast" behauptet BLS. Ganz so einmalig ist die Show zwar nicht, doch Trips wie "Mark" setzen die Streicher-Sektion (in diesem Fall wieder Cello) so gut ein, dass man sich Bless ("Skin the color of bark / Clothes smellin' like trees / Dig in my earth, find my roots & weeds / My truth bleeds right back in the arm / No scar, but I left my mark / My friend got clean and OD'ed, life is just that dark") auf keinen anderen Instrumentals vorstellen kann. Auf zwei Tracks schaut Unorthadox vorbei, der vorübergehend sogar zu den Shahmen zählte und etwa in "1981985" einen trefflichen Gegenpol zu BLS bildet. Aussetzer hat die EP keine, hervorzuheben ist allerdings noch "Van Gogh's Crows", das etwas düsterer als seine Nachbarn wunderbar tief in sich hineinbrummt.

Vorbei ist der Spaß sehr schnell, denn da die meisten Stücke um die oder sogar unter drei Minuten einchecken, verabschieden sich die Shahmen nach 17 Minuten bereits wieder. Was sie allerdings hinterlassen ist nach der anfänglichen Verblüffung der Hunger nach mehr. Hier bläst einen zwar noch nicht jeder Track so vom Hocker wie das eröffnende "Dirt", doch dieses Duo hat mit Sense, der keinen alltäglichen Sound fährt, und dem sowieso vollkommen einzigartigen Bless ein ungemeines Potential, das beim Debüt hoffentlich ausgereizt wird. Wem der Sinn nach HipHop mit BoomBap in einer ganz eigenständigen Ausführung steht, der ist bei "Enter The Circle" gut aufgehoben und der wird die Shahmen auch weiterhin verfolgen.

6.9 / 10

L.I.F.E. Long & Big Ape - Crossing The Globe


Release Date:
26. Juli 2011

Label:
Fly Definition Music

Tracklist:
01. Begintro
02. The Motive
03. Travelin (Feat. Respect Tha God & Sip Liq)
04. Carnival Carnivore Flow Attraction
05. The Journey
06. Skit 1 (Feat. Impress Tru, Aneeway, Sneaker Sandy & Iomos Marad)
07. Crossing The Globe (Feat. Rae)
08. Samurai Code Of Honor (Feat. Prince Po & UG)
09. Snake Charmer
10. Kick It (Feat. Melodic Yoza)
11. Skit 2 (Feat. Infinito 2017, Twin Towers & DJ Connect)
12. Nhomadz (Spit 16) (Feat. Rise, Breez Evahflowin, Swave Sevah & Shabaam Sahdeeq)
13. Sativa
14. Caravan (Feat. Crown A Thornz)

Review:
2004 kreuzen sich erstmals die Internetpfade von L.I.F.E. Long und Big Ape - in einer Zeit, als der Stronghold-Emcee noch kein offizielles Album veröffentlicht hat und die Elite Fleet, Crew des Produzenten Ape, noch praktisch gänzlich unbekannt ist. Doch es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen dem New Yorker und dem Schweden, die durch Ape's Amerikabesuch gestärkt wird und schließlich zu dem Plan führt, nicht nur einen Song, sondern ein Album zusammen aufzunehmen, das in Form von "Crossing The Globe" und nachdem aufgrund von Ape's Umzug nach Amsterdam und Pause eingelegt wurde eine halbe Ewigkeit später (und als letztes der von L.I.F.E. angekündigten und dann ewig verschobenen Projekten) doch noch seinen Weg an die Öffentlichkeit findet.

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Die Arbeitsaufteilung ist so simpel wie sie naheliegend ist (entgegen der NY-Elite-Fleet-Combo aus IDE und DJ Connect): Big Ape kümmert sich um die Produktion, L.I.F.E. um die Raps, wobei er sich dabei noch einige Gäste aus dem weiteren Umfeld ins Boot holt. Die nächste Frage ist die nach einem Konzept, was bei Cover und Titel durchaus naheliegt. Leider stellt sich heraus, dass "Crossing The Globe" keineswegs eine musikalische Reise um die Welt ist und dass auch inhaltlich kein derartiges Konzept durchgezogen wird. Klingt also ganz danach, als ob man ein typisches, in keiner Weise auffälliges Album vor sich hätte, das wie schon "The Waiting Game" die Rückkehr zum HipHop der Golden Era stolz auf der Brust trägt, dabei aber in den Fluten der vielen Gleichgesinnten untergeht, zumal europäische Produzenten für genau diese Sorte selten überragenden HipHop sowieso einen speziellen Hang haben. Doch es kommt etwas besser als man denkt. Klar, vor Überraschung vom Sitzfleisch gerissen wird hier niemand, bei L.I.F.E. setzt es BoomBap New Yorker Prägung, doch die Art und Weise, mit der Big Ape auftritt, ist mindestens eine positive Überraschung. Ape klingt nicht so altbacken wie so viele seiner Kollegen. Treibende Fanfaren begrüßen den Hörer im "Begintro" und entfachen ein Feuer, das bis zum Ende am Leben gehalten wird: "Start your engines, set it off, let's begin / Started crossing the globe in NY, ended up in Sweden / Big Ape on the MPC, chopping loops and percussions, while I'm ahead in the rap race, MCs I'm dustin". So geht es auch direkt weiter, "The Motive" ist mit reichhaltigem Hörnereinsatz ebenfalls frischer Wind, der zudem wunderbar zu L.I.F.E.'s ganz eigenem Flow passt. Abgerundet wird die Mischung durch Cuts in der Hook. Irgendwie ist der thematische Nährboden der Tracks dann sogar ein wenig das Titelthema, zumindest findet es in vielen Tracks Erwähnung, natürlich und vor allem im Titeltrack, aber auch etwa in "Caravan". Highlights wie "Samurai Code Of Honor" sind nicht nur herzhaft guter BoomBap, sie tragen in der Tat eine Note Retro-Flair in sich. Und wenn in diesem Fall noch Po und UG vorbeischauen, sollte man definitiv die Ohren spitzen. Sogar die Skits erhalten nette Instrumentals, wodurch die Shoutouts durchaus hörenswert werden. Da stört dann der eine oder andere mittelmäßige Song nicht, denn zu keinem Zeitpunkt wirkt das Gespann ideenlos, "Carnival Carnivore Flow Attack" ist dünn besaitet, bietet L.I.F.E. dafür umso mehr Platz (den der Strongholder auch nutzt), "Kick It" klingt leicht nach Ennio Morricones "Cheyenne", "Sativa" stellt sich als echtes Juwel heraus, das L.I.F.E. verdammt gut in Szene setzt und zudem noch dessen Ansichten zu jeglichen Rauschmitteln schön verpackt. Damit verbleibt noch "Snake Charmer" als Geschichte über eine Bekannte namens Stacey, mit begleitenden Geigen ebenfalls sehr ansprechend inszeniert.

Selbst Pessimisten, die L.I.F.E. Long seit "Longevity Vol. 1.5" ins Fach der angestaubten Sichselbstkopierer gesteckt haben, könnten mit diesem Projekt noch überrascht werden, denn es erhebt starke Ansprüche auf das beste Album, das der MC bis dato veröffentlicht hat. Der Grund ist Big Ape, der ganz einfach zu seinem reimenden Partner passt. Wieso allerdings genau der Schwede L.I.F.E. wieder und wieder zu so guter Form motiviert, wieso hier praktisch durchwegs gelungene Instrumentals gepickt wurden, bleibt ein Rätsel. Klar hat das nicht übermäßig viel mit dem Lo-Fi-Stil der frühen Stronghold-Mixtapes zu tun, doch das will man eigentlich auch gar nicht. "Crossing The Globe" jedenfalls ist (wenngleich mit kleinen Schönheitsfehlern) ein großer Schritt in die richtige Richtung, da es einen Produzenten findet, der auch zu L.I.F.E. Long passt, da es harmonisch klingt und selbst ohne strikten roten Faden nicht zusammengekleistert klingt. Mit diesen Eigenschaften zieht die Scheibe an den meisten Konkurrenten des Jahres schon vorbei.

6.6 / 10

Willie Evans Jr. - Introducin'


Release Date:
19. Juli 2011

Label:
High Water Music

Tracklist:
01. Willie Who?
02. Introducin'
03. Dumbtron (Feat. Paten Locke)
04. Take 2
05. Sidewalk Shit
06. CyberSheik I+II
07. Nerd English
08. Fisbawdup
09. Mega....
10. A$amov (Feat. The Alias Brothers)
11. Moon Foot.
12. Willie Evans Jr.

Review:
Man mag High Water Music schon fast wieder vergessen haben, denn während es 2009 noch so aussah, als starte das Label nun richtig durch, war inzwischen seit einem Jahr Funkstille. Doch nun hat Sucio Smash beschlossen, wieder einem jungen Künstler unter die Arme zu greifen und ein vielversprechendes "Debüt" zu veröffentlichen. Der gemeinte Kandidat trägt den Namen Willie Evans Jr. und ist ganz und gar kein Newcomer, mag dem Head sogar schon 2005 als Teil von Asamov unter die Ohren gekommen sein, als er zum ersten Mal an ein größeres Publikum trat, um Jacksonville auf die HipHop-Karte zu setzen. Auch die Rawkus-50-Aktion ließ er sich nicht entgehen und nahm für das Kult-Label sein Debüt "Communication" auf. Nebenzu betreibt er noch sein Internetzwerk The Nerdy South, sitzt also keineswegs auf der faulen Haut und will sich nun mit "Introducin'" einem größeren Publikum vorstellen.

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Der erste positive Aspekt der Scheibe: In der heutigen Feature-geilen Zeit verlässt sich Willie vorrangig auf sich selbst, produziert sein Album komplett und lässt nur auf zwei Songs seine Kollegen von den Alias Brothers (wie Asamov nun heißt) mit ins Studio. Doch nicht nur das, Willie stellt nicht nur sich selbst, sondern auch einen vollkommen eigenen Stil vor, der weder mit dem Asamov- noch mit irgendeinem anderen Geiste identisch ist. Und das, obwohl man bei dem Mann aus Florida ab der ersten Sekunde an MF Doom (bzw. an eine Mischung aus Doom und Prince Po) denken muss, denn Willie besitzt ein ähnlich belegt-gedämpftes Stimmorgan. Beim Flow fühlt man sich dann an Prince Po erinnert, die Wortwahl könnte man hin und wieder Doom in die Schuhe schieben. Selbst eingepfercht zwischen zwei solchen Hochkarätern wird aber ebenso schnell klar, dass Willie sein eigener Herr mit einem eigenen Erscheinungsbild ist, das sich aus dem Zusammenspiel mit den Instrumentals zusammensetzt. Das beginnt zu einem gewissen Grad schon mit dem schwer originellen Intro "Willie Who?", das die Self-made-Mentalität ebenso wie das musikalische Weltbild des Willie Evans Jr. proklamiert: Zusammengechoppte Voice-Cuts sind eine seiner Leidenschaften, kreatives Aufspielen mit bekannten Rezepten auf der MPC ist seine Stärke. Frischer Sound, der sich ähnlich wie die versprengte Szene in Jacksonville keiner Schublade richtig zuordnen lässt, regiert die Scheibe, ist irgendwo zwar schon im klassischen Backpack-Bereich einzuordnen, lässt sich dort aber keineswegs festhalten. Die einzelnen Tracks sind meist eher kurz gehalten, so wird das eingangs gut aufräumende "Introducin'" nach guten zwei Minuten von "Dumbtron"s E-Gitarre aus dem Bild geschubst, das wiederum nach einenhalb Minuten einen neue Track begrüßt. Wackelten die Füße eben noch zum flotten Rhythmus, muss man sich darauf gefasst machen, schwunghaft in Stücke wie das gefühlvolle "CyberSheik" zu purzeln. Anregende, unverbrauchte Samples begrüßen den Hörer auf ganzer Strecke, so auch in "Take 2", einer Großtat, welche die LP mit der Abhandlung einer Beziehung ("I shoulda known that I was doin' something wrong, right? / That was a long night / Can I apologize or can I prepare to fight?") um eine Facette bereichert. Die gute Laune geht Willie, der im Intro seinen Traum, Leader seiner eigenen Ein-Mann-Band zu werden, verkündet, aber nie abhanden und bildet die Grundlage fast jedes Beats. "Mega" wundert sich selbst, wo seine Hi-Hat abgeblieben ist, stellt sich mit der sachten Kick und dem wunderschönen Voice-Sample aber ohnehin als überragender Leckerbissen heraus. Dann wäre da mit "Nerd English" noch ein inhaltlich höchst amüsanter Track, der zwar auf instrumentaler Ebene ausnahmsweise brotlos ausfällt, dafür als herrliches Plädoyer für den gemeinen "Nerd" (der sich bei Willie vorwiegend Video-Spielen hingibt) und gegen dessen Diffamierung durch andere Rapper ("How come 90% of rappers bullshitted us into thinking we soft if we're interested in quantum physics?"). Qualitativ ähnlich ergeht es "A$amov", das mit seinem Instrumental versagt, dafür die Umbenennung von Asamov in The AB's und damit u.a. Geldpolitik sowie eigene Überzeugungen behandelt. Die musikalischen Highlights sitzen anderswo: "Fisbawdup" geht in die richtige Richtung und setzt sich ein wenig mit ungeliebten Leuten in Willie's Alltag auseinander, ein echter Kracher wartet dagegen nochmal mit "Moon Foot.", das so butterweich und gleichzeitig dreckig funky durch die Boxen zieht (Dank gebührt dem Jan-Hammer-Sample), wie es auch ein Madlib kaum besser hätte machen können. "Willie Evans Jr!" gibt dem Album dann noch ein sinniges und ruhiges Outro, das den Bogen zum Intro spannt.

Ja, der Typ klingt irgendwie wie MF Doom, doch wer Willie mit diesem Grund keine Chance gibt, der beraubt sich selbst eines großartigen Hörerlebnisses. Selten spielte ein Mann mit seinem in Eigenregie kreierten Album so aufgeweckt auf, selten konnte ein Album in letzter Zeit so viele kreative Akzente setzen. Dabei setzt Willie nicht unbedingt auf revolutionäre Sound-Konzepte, er produziert einfach so lebendig und gut, dass man sich einerseits immer zuhause fühlt, andererseits aber nie Monotonie aufkommt. In dieser Stärke konnte sich Willie Evans vor allem in den Reihen von Asamov bisher nicht in Szene setzen, bekommt mit "Introducin'", das man in gewisser Weise als eine Art zweites Debüt bezeichnen könnte, aber nun hoffentlich auch ein angemessenes Publikum. Dass zwei Songs musikalisch hinterherhinken, verhindert zwar Top-Noten, mindert die dringende Empfehlung für dieses Werk aber kaum.

7.0 / 10

Mood - Live Again


Release Date:
21. Juli 2011

Label:
Three Below Zero Records

Tracklist:
01. Envy
02. Live Again (Feat. Big Easy)
03. Strange
04. Gangsta Goddess
05. Popular (Feat. Ianigma & Big Easy)
06. Shoot Me Down (Feat. Ianigma)
07. Drugs, War & Crime (Feat. Ragga)
08. Bad Move (Feat. Ragga)
09. Ghetto Monopoly (Feat. Zerah)
10. They Say (Feat. Zerah)
11. Profits Of Doom
12. Judgement Mourning (Feat. Ragga)
13. Apochrypha
14. Conversations (Feat. J Sands)
15. By Myself
16. More Love Than Hate (Feat. Zerah)
17. Believe (Feat. Holmskillet)
18. So Long
19. Lyrics Like These
20. X Factor

Review:
Was hat die Welt nicht auf ein zweites Album von Mood gewartet - so sehr, dass inzwischen alle Wartenden vor Spannung eingeschlafen sind. Man mag 2000 versucht haben, die komplette eigene Wanna-Battle-Mannschaft mittels einer Label-Compilation mit ins Rampenlicht zu zerren, so richtig funktioniert hat's jedenfalls nicht, was wohl auch Main Flow realisierte und kurz darauf dann seine Solokarriere ins Rollen brachte, die über die Jahre hinweg das einzige war, was vom dreiköpfigen Trio aus Cincinnati zu hören war. Für DJ und Producer Jahson interessierte sich kein Schwein und ein eventuell irgendwann erscheinendes Solo von Donte kam über ein bis zwei Ankündigungen nicht hinaus. Angekündigt und geplant ist ein neues Mood-Album schon seit über einem halben Jahrzehnt (ursprünglich geplant unter dem Namen "Hall Of Fame" mit diversen Produzenten), 2011 steht es dann aber plötzlich unter dem Namen "Live Again" vor der Tür.

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Als größte Änderung zu den eigentlichen Plänen für dieses Album stellt sich heraus, dass Jahson die komplette Produktion im Alleingang bewältigt, während Gäste vorwiegend für Refrains gebucht wurden. Ansonsten scheint es, als habe letzten Endes ein Label gefehlt, denn "Live Again" wird auf dem eigenen Three Below Zero veröffentlicht (die CDs sind auf 300 Stück limitiert), auf dem schon Mitte der Neunziger die ersten Singles erschienen. So ließe sich dann auch die fehlende Vorab-Promotion erklären. Doch den HipHop-Fan sollten solche Gedanken in Anbetracht eines neuen Mood-Albums wenig stören, die große Frage ist doch, wie sich der Sound der Gruppe in fast 14 Jahren gewandelt hat, was Donte alles zu erzählen hat und wie gut man noch harmoniert. Dies ist dann leider auch die Stelle, an der der Großteil aller Erwartungen in glasklarer Ernüchterung zusammenbricht. Erste Feststellung: "Live Again" hat mit "Doom" so wenig zu tun, dass hier gut und gerne ein komplett anderer Interpret auf dem Cover stehen könnte. An sich ist das noch kein Verbrechen, denn man muss schon leicht naiv gewesen sein, um eine Rückkehr der in sich gekehrten, dämmerhaften Sounds des Debüts erwartet zu haben. Das führt zur zweiten Feststellung: Der neu eingeschlagene Stil ist - in einem Wort zusammengefasst - überflüssig. Als man beim Brainstorming die drei Gehirnströme vereint hat, um zu entscheiden, wie man dieses neue Album angeht, ohne zu gestrig und zu austauschbar zu klingen, hat wohl der Pizzabote die Meditation frühzeitig beendet, denn das Eregbnis klingt unausgegoren und darüber hinaus unpassend. Seichte Beats, denen jeglicher Biss fehlt, füttern die Tracks von Anfang bis Ende; als wäre das nicht genug, tragen die eingangs erwähnten Gäste teils furchtbare Hooks bei, die manchmal nur unpassende Reggae-Vibes importieren, nicht selten aber schlichtweg austauschbar radiofreundliches (und zwar die unangenehme Sorte "radiofreundlich") Gedudel bedeuten. Das Problem weitet sich schnell aus: Wie schon das eröffnende, halbwegs akzeptable "Envy" lässt die gesamte LP eine Marschrichtung vermissen, weswegen die Songs munter aber vor allem gemächlich und ohne atmosphärische Ausrichtung aneinandergereiht den überschaubaren Skills von Main Flow und Donte ganz und gar nicht in die Karten spielen. Die wiederum waren der Ansicht, mit Tracks wie "Gangsta Goddess" oder "Popular" charakterloses Material über kurvenreiche (Gangster-)Damen ins Aufgebot nehmen zu müssen, die man ganz sicherlich nicht auf jedem x-beliebigen anderen Album auch fände. Ähnlich schlimm die Verpflichtung von Ragga, u.a. für die harmlose Vorab-Single "Drugs, War & Crime". Die Liste der Mängel ist lange, doch "Apochrypha" tut sich noch mit Auszeichnung als Vollmist hervor, da es (geflüstert gerappt) möchtegernavantgardistisch in stümperhafter Weise Dubstep-Spuren einstreut. Wenn mit J. Sands dann ein echter Rap-Gast am Start ist, fehlt "Conversations" dank altbackenem Sample der letzte Kick. Da steht "Profits Of Doom" als Hinweis, wie man Mood wunderbar ins Jahr 2011 hätte übersetzen können, auf vollkommen verlorenem Posten: Ein mit geheimnisvoller Glasur überzogenes Instrumental unterlegt die Kritik an der Geldpolitik der modernen Welt. Auch die Liaison mit Kollege Holmskillet gehört noch zu den besten Momenten, ebenso wie "X Factor", das eine ähnliche Richtung wie "Profits Of Doom" einschlägt.

Bei der kargen Ausbeute guter Tracks hilft selbst ein guter Ausstieg nichts mehr, denn da die Scheibe ganze 77 Minuten vor sich hinschippert, fällt das Anhören äußerst mühsam aus und relativiert die Lichtblicke gehörig. Der Großteil ist nämlich mit Belanglosigkeit gefüllt, die viel zu willkürlich wirkt, um für einen beliebigen Künstler zufriedenstellend zu sein - schon gar nicht für Mood, deren Reputation als Gruppe sowieso nur auf ihrem ersten Album und dessen Atmosphäre beruht und logischerweise in "Live Again" eine würdige Addition gefordert hat. Die können Mood nicht liefern, "Live Again" hat zwar selbst in seinen geschlechtslosen radiotauglichen Minuten einige solide Minuten zu bieten, führt insgesamt aber lediglich zur Feststellung, dass man es wohl lieber beim unbehafteten Antlitz von "Doom" belassen hätte.

3.5 / 10

Freitag, 2. September 2011

Black Rob - Game Tested, Streets Approved


Release Date:
26. Juli 2011

Label:
Duck Down Records

Tracklist:
01. Welcome Back
02. Boiling Water
03. Bumpin'
04. Can't Make It In NY
05. Showin' Up
06. Celebration
07. Wanna Get Dough
08. Get Involved
09. Sand To the Beach
10. Made Me A Man
11. Fuck 'Em
12. This Is What It Is
13. Up North
14. No Fear (Feat. Sean Price)

Review:
Im heutigen schnelllebigen Genre ist es keine Todsünde, Black Rob vergessen zu haben. Schließlich kennt man den Mann praktisch nur als Eintagsfliege, vom Anhängsel bei Bad Boy bis zu "Whoa!" und dem vollkommen untergegangenen zweiten Album 2005. Dass er seit dieser Zeit nichts von sich hören ließ hat guten Grund, schließlich war er damit beschäftigt, seinen Strafregister aufzuploieren. Nach vier Jahren Haft wird er im Mai 2010 entlassen, nur um zwei Stunden später ein Interview bei BET zu geben. Von Bad Boy trennt sich Black Rob aufgrund ausgebliebener Unterstützung, begibt sich aber sofort ins Studio und landet Ende 2010 einen Deal beim Auffangbecken Duck Down, das ein gutes halbes Jahr später dann "Game Tested, Streets Approved" veröffentlicht.

WRITTEN FOR Rap4Fame
 
Die Vorzeichen sprechen nicht gerade für Black Rob, denn "The Black Rob Report" war sicherlich keine Offenbarung, Rob selbst noch nie ein Ausnahmetalent und schon immer wesentlich auf das ihm den Rücken stärkende Team angewiesen. Dabei könnte man zumindest davon ausgehen, dass er mit ordentlich Feuer unter'm Allerwertesten an dieses neue (sein drittes) Album herantritt, denn den Bau verlässt er als offenbar geläuterter Mann mit guten Vorsätzen und der Erkenntnis, dass er die Chance, die sich ihm hiermit bietet, auf jeden Fall zu nutzen hat. Mit auf den Weg nimmt er nicht die größten Namen - nach vier Jahren hinter Gittern stimmen eben die meisten Handynummern nicht mehr. So findet man neben einer fast leeren Gästeliste zwar Buckwild in den Producer-Credits, großteils allerdings ein Aufgebot an jungen und unbekannten Namen, denn BR will Newcomern eine Chance geben (und hatte auf die Schnelle wohl auch nichts Besseres zur Hand). Doch wieso nicht, wenn denn die Marschrichtung der LP stimmt. Diesbezüglich amüsiert ein Kommentar des frisch Entlassenen, der sich über das Zerbröckeln der New Yorker Szene in seiner Abwesenheit beschwert und nebenbei erwähnt, er könne wieder eine Einigung herbeiführen. So weit bringt es sein neues Album natürlich nicht, wahrscheinlich kommt Rob noch weitaus weniger weit, als er sich das selbst vorgestellt hat. Denn leider ist das Gebotene viel zu berechenbar: Dass auf textlicher Ebene nicht viel passieren würde - Street-Talk und natürlich ein paar Knast-Weisheiten - war vorprogrammiert und wird genauso erwartungsgemäß, in den anständigen Flow von BR verpackt, serviert. Wo man (mal wieder) hinter den Möglichkeiten bleibt sind dagegen die Produktionen, bei denen die Vereinigung der Unbekannten kein einziges Mal wirklich aus dem Halbschatten der Austauschbarkeit hervorzutreten vermag. Mit "Welcome Back" und der verlässlichen Signatur Buckwild's geht der Spaß noch sehr ordentlich los (was hier inhaltlich passiert versteht sich von selbst), doch mit dem miserablen "Boiling Water" ist direkt klar, dass man auf durchgehende Qualität nicht setzen sollte. Dabei hat Rob mit seiner unbeschwerten Art durchaus seine Momente, etwa ist "Celebration" als lockere, leicht verdauliche Sommer-Partysause (passend dazu das Video mit Hood-BBQ) im richtigen Moment vollends zu empfehlen, doch jedem vielversprechenden steht mindestens ein Kopfschüttelmoment gegenüber: "Sand On The Beach" will wohl in den Clubs ankommen, stolpert aber schon beim Versuch, auf das schräg-gelungene "Bumpin'" kommt das total in den Sand gesetzte "Wanna Get Dough?" und die ausnahmsweise auch inhaltlich interessante, Drum-lastig und cool produzierte Ode an das harte Parkett der Heimatstadt ("Can't Make It In NY") hat mit Rob's eigenen Versuchen, sich am Produzieren zu versuchen, zu kämpfen (das etwas primitive "This Is What It Is" und die direkt folgende Kittchenversion). Dann fehlt nur noch die offizielle Legitimation als Duck-Down-Release in Form eines Sean-Price-Features und das Album ist komplett.

Das Album hat ohne Zweifel seine Momente, in denen es in die richtige Richtung geht. Wobei es sich weniger um eine Richtung als um besser produzierte Songs handelt. Denn ein roter Faden oder Konzepte sind Black Rob's Sache nicht. Wohl aber hausgemachter und authentischer Street-Talk, für den es bloß ein paar deftigere Beats gebraucht hätte. Doch die kann das unbekannte Producer-Lineup kaum aufbringen, weswegen letzten Endes die negativen Eindrücke sogar überwiegen. Rob selbst hatte Lust und lässt den Hörer das, wenngleich er keine Berge versetzt, spüren, doch musikalisch passiert auf "Game Tested, Streets Approved" wenig bis sehr wenig. Und das hat noch nie für ein gutes Album gereicht.

4.2 / 10