Donnerstag, 20. Oktober 2011

Wildelux & Mac - The Masterplan


Release Date:
16. August 2011

Label:
Digi Crates Records

Tracklist:
01. The Masterplan
02. All My Life
03. Avant Garde
04. Sunshine
05. No Sense (Feat. D-Strong)
06. Impervious (Feat. SmooVth)
07. All Mines (Feat. Destruct)
08. Even The Playing Field
09. Alone In The Streets (Feat. D-Strong)
10. Behind The Assassination
11. Impervious (Remix) (Feat. SmooVth)
12. Tuff Love

Review:
Als einer von hunderten, die bisher unbemerkt durchs Rap-Geschehen zirkelten, ist Wildelux schon gut rumgekommen: Ursprünglich stammt der Mann aus der Bronx, wächst mit HipHop auf dem harten Pflaster des New Yorker Boroughs auf und entscheidet sich später, die Kultur zu seinem Job zu machen. Dafür zieht er 1993 quer übers Land nach LA, wo er direkt Umgang mit Leuten wie Ice-T pflegt und außerdem zur Gruppe Last Kind stößt. Um die Jahrtausendwende zieht er mit denen einen Deal mit dem Bay-Area-Label Stray an Land, was zu "Revelations" führt, welches aber wenig Beachtung erfährt - kurze Zeit später meldet Stray sowieso Insolvenz an. Für Wildelux hat sich die Sache aber noch nicht erledigt, in Eigenregie (auf Last Kind Entertainment) releast er unter seinem Alias Willmatic 2003 eine EP ("Sneak Preview"), die sich wacker schlägt. Der folgen mehr Gastauftritte (u.a. beim LA-DJ Lord Ron) und 2007 schließlich das Debüt "Hustlemania". Ein Jahr später ist er bei Tha Connection" zu Gast: Man bleibt in Kontakt, was im Zuge der Erstarkung von Digi Crates zu einer neuen Heimat führt, die 2011 schließlich in "The Masterplan" resultiert.

WRITTEN FOR Rap4Fame
 
Das Album ist vorerst nur digital erhältlich und ruft außerdem einen neuen Namen auf den Plan: Ein gewisser Mac, der sich als Beat-Bastler aus Schottland herausstellt, befeuert die gesamte LP. Mit einer solchen Kombo ist das Album keine Seltenheit mehr, in diesem Fall kann man Wildelux' Entscheidung allerdings auch nachvollziehen: Mac ist sicherlich kein Ausnahme-Producer und verschreibt sich klassischem BoomBap der zumeist zurückgelehnten Sorte, in diesem Metier trumpft er allerdings voll auf. Ganz richtig, "The Masterplan" ist wieder mal eines der unverbesserlichen Alben, die irgendwie nach übergestern klingen. Stören sollte sich daran allerdings niemand, denn das Duo auf der Bühne macht seinen Job erstaunlich gut. Wildelux selbst klingt mit seinem Flow so eindeutig nach New York, dass man sich ihn gut und gerne auch in den kalten Sound-Gefilden der Mittneunziger vorstellen könnte, Mac dagegen übersetzt diesen Geist erfolgreich ins Jahr 2011. Als überragendes Musterbeispiel, wie das im besten Fall klingt, wende man sich an "Even The Playing Field": Streicher bereiten dem Hörer einen herzlichen Empfang, eine wohlgerundete Kick lädt zum leichten Mitwippen ein, ein Voice-Sample addiert einen Hauch Soul, Chinch 33 arrangiert (wie auch auf der restlichen Scheibe) die klassischen Cuts und Will selbst stellt mit seiner distanzierten Performance sicher, dass die Angelegenheit nie zu weich wird. Dass der (Ein-)Topf der Inhalte doch recht überschaubar ist, tut nicht sonderlich weh. Im gutbürgerlichen "All My Life" wird in aller Ausführlichkeit die Liebe und Loyalität zur HipHop-Kultur bekundet, das ebenfalls unaufgeregte "Sunshine" gehört Wildelux' Lebensabschnitt in Kalifornien und erinnert sich an das dortige Lebensgefühl und die Leute. "Impervious" blüht erst im Remix so richtig auf und klingt dort wie ein astreiner Tha-Connection-Cut von DJ Krypto, weswegen SmooVth's Auftritt absolut ins Bild passt. Bisher noch unerwähnt ist D-Strong, mit dem Will zusammen im Trio Third Rail agiert und der auf zwei sehr starken Tracks gastiert: Vor "No Sense" wurde eine AB-Ansage von Mac geschaltet (was dank des schottischen Akzents höchst amüsant klingt), die dann einsetzenden Streicher rechtfertigen Mac's Andeutung, es hier evtl. mit einem Song fürs Album zu tun zu haben, vollends. Was natürlich nicht fehlen darf ist ein Prodigy-Sample, das in "Alone In The Streets" Einzug hält und, von einem noch besseren Streicher-Geflecht umgeben, als Schilderung des Straßenlebens eines der Highlights der Scheibe ist. "Behind The Assassination" ist eine nüchterne Analyse der Frage "Who killed HipHop?" und "Tuff Love" beschließt die LP als weiteres Resümee des eigenen Werdegangs, das diesmal als Widmung an den verstorbenen Vater die harte Erziehung und erhaltene Liebe ehrt.

Man sieht also, die Themen sind nichts, was nicht schon unzählige Male zuvor durchgekaut wurde. Trotzdem kocht Wildelux den Mix ansprechend auf, was zweifelsohne zu großen Stücken an seinem starken und souveränen Auftreten liegt. In Mac findet er außerdem einen Partner, der ihm sowohl die etwas weicheren als auch die typischen NY-Cuts bieten kann; und dies in einer Weise, die erfolgreich den Grat zwischen zeitgemäß und retro wandert. Damit ist "The Masterplan" zwar weder etwas Besonderes noch ein echter Masterplan, doch wen es nach gelungenem 2011er BoomBap gelüstet, der ist hier auf der sicheren Seite.

6.7 / 10

Wise Intelligent - The Talented Timothy Taylor


Release Date:
17. Juli 2007

Label:
Shaman Work Recordings

Tracklist:
01. Another Chance @ Life
02. I'm Him
03. Skit
04. Sensi Party (Feat. Somer Lane)
05. Skit
06. Go With Me
07. Youth & Thugs (Feat. Popula)
08. John Kerry (Interlude)
09. A Genocide
10. Alex Jones (Interlude)
11. Ganja Smugglin
12. Skit
13. Police Can Do
14. Skit
15. Passing Tha Time
16. Still Black
17. Mama Cry
18. Summer In Da Jects
19. Barnes & Noble (+ Lesson)
20. This Is Love (Feat. Tye Austin)
21. Intelligent Wise
22. Set U Free
23. Cold World

Review:
Es schien ganz danach, als würde die Poor Righteous Teachers ein ähnliches Schicksal wie viele andere Helden der Neunziger ereilen - Funkstille bis auf versprengte Gastauftritte, die niemand wirklich mitbekommt. Doch einer der drei Five-Percenter aus Trenton stellt sich der Aufgabe, ein ganzes Jahrzehnt später noch Relevanz zu beweisen. Wie aus dem Nichts wird das Mixtape "Blessed Be The Poor?" selbst veröffentlicht und Wise Intelligent, der bekannteste der drei PRT, ist elf Jahre nach seinem ersten und bis dato einzigen Soloalbum wieder da. Nicht nur irgendwie, sondern gleich 100%: Der Plan ist, eine siebenteilige Albumserie zu veröffentlichen, deren erster Teil "The Talented Timothy Taylor" ist, für das Wise bei Shaman Work unterschreibt.

WRITTEN FOR Rap4Fame
 
Der Zutatentopf der Themensuppe sollte niemanden groß überraschen, denn vor dem PRT-Hintergrund wäre alles andere als eine starke Konzentration auf politischen Kommentar eine Überraschung. Dazu kommt der Albumtitel, der bereits nahelegt, dass es das Anliegen dieser Scheibe ist, noch einen etwas persönlicheren Pfad einzuschlagen. Genau so kommt es dann auch und da der talentierte Timothy Taylor mehr als genug zu erzählen hat, sieht sich der Hörer auf dieser Scheibe mit einer inhaltlichen Dichte konfrontiert, die er kaum gewohnt sein wird. Weitaus interessanter ist natürlich, inwiefern sich Wise Intelligent als Rapper gehalten oder verändert hat - schließlich bauen die meisten Bars-Stapler mit der Zeit eher ab. An dieser Stelle wartet Wise allerdings (zumindest für jene, die sein Mixtape nicht gehört haben) mit einer großen Überraschung auf, denn raptechnisch ist er nicht nur auf der Höhe von früher, sondern sogar noch ein wenig fideler unterwegs. Damit hält er auch nicht lange hinterm Berg, schon "Another Chance @ Life" zeigt, wie verdammt flowstark dieser Mann ist. Und weil er die Zeit seiner Hörer schätzt, wird auch nicht lange heiße Luft produziert, sondern gleich mal analysiert, was man in einem zweiten Leben alles besser machen könnte - und Wise würde glatt die halben Probleme der Menschheit beheben: "Let Jadakiss ask 'Why', I'm here to provide the answers" ist das Motto, unter dem Wise wohl gar kein Rapper geworden wäre, sondern Schulen gebaut und der Entstehung von Straßengangs durch ordentliche Bildung entgegengewirkt hätte. Der leicht verdauliche Piano-Loop (mit überflüssigem, gepitchtem Roger-Sanchez-Sample) eignet sich dabei als guter Einstieg, doch zum Thema Produktion müssen doch ein paar Worte mehr verloren werden: Einen renommierten Partner hat Wise für dieses Album nicht, er verlässt sich ganz auf Masada (mit dem bereits zusammengearbeitet wurde), Paul Little Jr. und sogar Oh No, der dreimal vorbeischaut. Die Herren sorgen für einen recht zeitlosen Sound, der sich stellenweise zu richtigen Highlights auswächst, an nicht wenigen Stellen aber leicht unreif klingt. Das ist natürlich schade, denn es gibt keinen einzigen Track, in dem Wise selbst nicht überzeugt oder nichts zu sagen hat. So portraitiert "Barnes & Noble" einen Player, der sein heißes Date in einen Buchladen ausführt, auf instrumentaler Ebene ist der Song jedoch vollkommen für die Tonne; an der "Sensi Party" ist alles hölzern, hier passt fast gar nichts zusammen. "Mama Cry", "A Genocide" oder auch "Still Black", die sich wie viele andere Stücke mit der unausweichlichen Misselage der schwarzen Bevölkerung beschäftigen, klingen da schon wesentlich besser, wenngleich man das Gefühl hat, dass man bei der Produktion wesentlich mehr hätte rausholen können. Zurück zu Wise, der erfreulicherweise nicht mehr allzu sehr gegen den weißen Teufel hetzt, während auch der Ragga-Einfluss nur noch an einigen Stellen präsent ist: "Youth & Thugs" lädt sich mit Popula einen entsprechenden Gast ein und "Ganja Smugglin'" schreit gerade danach: Aus dem Piano-Sample von Procol Harum wird ein überragender Kopfnicker mit Ragga-Vibe geschustert, dem Wise eine präzise erzählte Geschichte über die Freuden und Leiden des Dealer-Lebens verpasst. Außerdem auf dem Album zu finden sind systemkritische Skits, natürlich ein Song für die Polizei, eine Tempo machende Aufklärung für HipHop-Banausen ("I'm Him"), in Form von "Set U Free" mehr mäßig produziertes Material, ein schönes "Intelligent Wise", das zur Abwechslung mal Prahlereien mit dem eigenen IQ betreibt, und schließlich noch "Cold World", eine Auflistung diverser Statistiken, die die von Wise angeprangerte Rassenungleichheit nochmals in vollen Zügen darlegt.

Wise Intelligent's Rückkehr aus dem musikalischen Jenseits mag nicht die höchsten medialen Wellen geschlagen haben, doch bei Betrachtung des abgelieferten Materials muss man ihm zugestehen, dass er seine Fähigkeiten am Mic nicht nur gehalten, sondern sogar weiter verbessert hat. Nicht nur das, er bringt es auch noch fertig, trotz einer Trackzahl, die eigentlich zu hoch ist, jeden Song inhaltlich interessant und gehaltvoll zu gestalten. Sein einziges Problem sind - wie es so oft bei fähigen Rappern der Fall ist - die Beats. Masada und Paul Little Jr. verrichten zwar meist solide (und selten sehr gute) Arbeit, doch zu oft fühlt man sich, als würden die nur halb fertig produzierten Tracks dem MC Wise in keinster Weise gerecht. Dass "The Talented Timothy Taylor" trotzdem hörenswert ist, ist einzig und allein Wise Intelligent zuzuschreiben.

6.7 / 10

Swollen Members - Balance


Release Date:
31. Mai 1999

Label:
Battle Axe Records

Tracklist:
01. Ground Breaking
02. Strength
03. Lady Venom
04. Front Street
05. Bless + Destroy
06. Counter Parts (Feat. Evidence & Rakaa Iriscience)
07. Circuit Breaker
08. Out Of Range
09. Bottle Rocket (Feat. Everlast & Divine Styler)
10. Assault + Battery
11. Valentines Day Massacre (Feat. Third Raill Vic, Saafir & Big Nous)
12. S + M On The Rocks
13. Committed (Feat. Sun Doobie)
14. Left Field (Feat. Del The Funky Homosapien & Unicron)
15. Horrified Nights
16. Battle Axe Experiment
17. Consumption (Feat. Aceyalone)
18. Sinful Bliss

Review:
Wer nach dem bedeutendsten kanadischen HipHop-Act sucht, der muss in jedem Fall die Swollen Members in Betracht ziehen. Inzwischen hat die Gruppe mit dem zweiköpfigen Kern auch schon einige Jahre hinter sich, denn in den (offiziellen) Gründungsurkunden ist das Jahr 1996 zu finden: Mad Child ist damals ein aufstrebender Reimeflexer, den es nach San Francisco gezogen hat, wo er seine Karriere anfeuern möchte. Bei der Rückkehr in die Heimat Vancouver trifft er auf Prevail, der dort dasselbe treibt und mit Moka Only unterwegs ist. Man schließt sich zusammen und kann sich (auch wenn Moka kurze Zeit später den Solopfad einschlägt) in Underground-Kreisen der kompletten US-Westküste einen Namen machen (sogar mit einer Rock-Steady-Affiliation wird man geadelt). Der nächste Schritt ist die Veröffentlichung ordentlicher Musik, was 1999 das die Aufnahmen der vorigen Jahre zusammenfassende Debüt der Gruppe ("Balance", das auf Mad Child's Battle Axe Records erscheint) erledigt.

WRITTEN FOR Rap4Fame
 
Eine weitere Gruppe, die mit der Rock Steady Crew in Verbindung gebracht wird, sind die Dilated Peoples, die zufälligerweise auch zu den engsten Kontakten zählen, welche die Swollen Members in ihrem Nachbarland knüpfen und dementsprechend auch für die Produktion einiger Tracks verpflichten konnten (genau genommen sind es Evidence und der in selbigen Kreisen verkehrende Alchemist, die insgesamt sieben Beats beitragen). Auch sonst spricht die Gästeliste nicht unbedingt für einen lokalen Act aus Kanada, sondern für eine Gruppe aus Cali - da tummeln sich Del The Funky Homosapien, Aceyalone, Saafir oder Everlast. Über die Marschrichtung, die die Swollen Members mit diesem Album als ihre persönliche, auch über die folgenden Jahre immer mit ihnen assoziierte festlegen, sagt das noch relativ wenig aus. Da sagt der Name das Labels schon wesentlich mehr, denn die Swollen Members sind weniger in die Conscious-Ecke zu packen, als sie sich kunstvoll und bildhaft artikulierende Vertreter der Battle-Rapperschaft darstellen. Dazu kommt der Sound der Truppe, den man von einem Act der Westküste auch nicht unbedingt gewohnt ist und der (neben Namen wie Paul Nice und Kemo) als drittes Standbein den halb zur Gruppe gehörenden DJ und Writer Zodak rekrutiert. Nur sehr selten klingen Westcoast-Elemente durch, den Ton geben rohe Drumlines, Piano-Loops und vor allem deckende Streicher-Samples östlicher Schule an. Dass bei den SM nicht lange gefackelt wird, erfährt der Hörer ab der ersten Sekunde: Ein Intro wird als unnötig erachtet, es geht direkt in die Vollen, im wahrsten Sinne des Wortes: "Ground Breaking" geht glatt als Crew-Hymne durch und definiert alles, was an Mad Child und Prevail lobenswert ist: Ein dreckiger Piano-Loop schlägt die erste Schneise, es folgen brummender Bass, knüppelharte Percussions und stattliche Raps, die dem Song trotz messerscharfer Ausführung einen Hauch Lo-Fi erhalten: "Hunger still fierce, stomach still grumbles / Still pounding the pavement, watch concrete crumble / This is an underground invasion / Busting out from underneath, just to rise to this occasion". Und so heizen die zwei Emcees feurig-munter durch ihre Tracks, ohne dass man dabei (dank guter Abstimmung untereinander) Abwechslung vermisst. Trotzdem sind Auftritte der Dilated Peoples, von Everlast oder gar vom bärenstarken Saafir (der das "Valentine's Day Massacre" erst zum Massaker macht) gern gesehen. Ansonsten wird eigentlich nicht viel verändert, trotzdem hat man das Gefühl, dass hier viel passiert: Paul Nice packt zweimal Gitarrenriffs aus ("Lady Venom", "Sinful Bliss"), in Zodak's "Bless + Destroy" rennen voluminöse Klavierklänge gegeneinander an, der Alchemist zeigt sich mit akkuratem Streichereinsatz ("Circuit Breaker") in Bestform und Son Doobie prägt "Committed" mit seiner Hook. Zwischen all diesen Akteuren verlieren die zwei Steuermänner nie das Kommando und reiten zielsicher durch ihr Album, um auf dem Weg an ein paar echten Perlen vorbeizukommen, allen voran das düstere "Horrified Nights", wohl einem von Alchemist's schlagkräftigsten Streicher-Arrangements aller Zeiten, was vor allem Mad Child zu Höchstleistungen anspornt. Kleinere Mängel gibt es leider auch zu vermelden, so ist etwa "S + M On The Rocks" als semi-clubtauglicher Track nichts Halbes und nichts Ganzes, während sich "Left Field" spätestens nach zwei Minuten erschöpft hat und Mad Child in "Battle Axe Experiment" ausnahmsweise nicht zum Beat passt - doch das war's dann auch schon.

Schon die Tatsache, dass die Swollen Members es schaffen, auf ihrem Debüt mit 18 Tracks und knappen 70 Minuten Spielzeit anzutanzen, ohne den Hörer zu langweilen, sollte ein Plädoyer für sie sein. Der einzelne Hörer mag zwar den einen oder anderen Song skippen, doch insgesamt haben Mad Child und Prevail bestens abgeliefert und bewiesen, dass sie ihren Hype von Battle-Events auch gut auf einen Longplayer umsetzen können. Swollen Members fallen zwar ganz klar in die Hardcore-Sparte, "Balance" ist aber nicht so dicht gestrickt wie vergleichbare Platten und punktet stattdessen mit einer relativen, gut ausbalancierten Vielseitigkeit, die zu einem kleinen Teil den Westcoast-Einflüssen zuzuschreiben ist. Damit ist es zwar kein wegweisendes Album, aber immer noch ein durchwegs gutes, empfehlenswertes Machwerk.

7.5 / 10

Metermaids - Rooftop Shake


Release Date:
06. September 2011

Label:
Strange Famous Records

Tracklist:
01. 8MM
02. Graveyard Shift
03. Bad Things (Feat. Sage Francis)
04. Rooftop Shake (Feat. 9th Wonder)
05. Ghost Town
06. Last Of The EMTs
07. Kill The Crow (Feat. Sage Francis & Buck 65)
08. Victory Blvd
09. Get Down
10. Gone (Feat. 9th Wonder)

Review:
Dass beim Namen Metermaids noch bei niemandem die Glöckchen klingeln, ist verzeihlich, denn Großes hat das Duo bisher noch nicht vollbracht. Sentence kommt ursprünglich aus Denver und zieht 2005 in den Big Apple, wo er Swell trifft, der dort schon mit dem Namen Metermaids in der Rap-Szene aktiv ist. Nachdem man sich angefreundet und zusammengeschlossen hat veröffentlicht man (ohne Label) zusammen einige Projekte, u.a. das Album "Nightlife". Große Wellen schlägt man nicht, allerdings genug, um Aufmerksamkeit von 9th Wonder sowie Sage Francis zu erhalten, wobei Letzterer sie nach einer gemeinsamen Tour sogar unter Vertrag und seine Fittiche nimmt, was 2011 zu "Rooftop Shake" auf Strange Famous Records führt.

WRITTEN FOR Rap4Fame
 
Die Metermaids möchten den Eindruck einer nicht alltäglichen Gruppe erwecken, schreiben sich selbst eine "Punk-Attitüde" zu. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen: Dieses Duo ist so unglaublich andersartig, dass es glatt Teil der Justus League sein könnte. Raps vom grauen Alltag und vom Struggle finden sich zuhauf und mit der schon besagten Verbindung zu 9th Wonder weiß jeder, woran er ist. Der Fruity-Loops-Großmeister steuert nämlich fünf und damit die Hälfte der Beats bei, greift sogar zweimal selbst zum Mic (lustigerweise nicht als 9thmatic). Für die andere Hälfte kommt Matt Stine auf, der die Metermaids schon auf früheren Projekten (u.a. auf "Nightlife") belieferte, kurz gesagt aber ebenfalls als Aspirant der Justus League durchgehen könnte. So klingt das von Stine zu Beginn in den Ring geschickte "8MM" direkt nach 9th Wonder, glücklicherweise aber nach einer seiner besseren Arbeiten. Zusammen mit einer angenehm relaxt-gemütlichen Atmosphäre (und den Scratches von Rob Swift, die das ganze Album begleiten) stellen sich Sentence und Swell also den vielen Hörern vor, die sie bis dato nicht kannten, vermögen dabei aber niemanden von den Socken zu hauen: Mit gemächlichen Flows und Reimschemata ohne besondere Merkmale oder Inhalte nimmt das Duo vorerst im Hintergrund Platz. Nichts anderes gilt erwartungsgemäßg, wenn 9th selbst ans Mic tritt, etwa im voll und ganz mittelmäßigen "Rooftop Shake" - um das Dach zum Wackeln zu bringen, bedarf es etwas mehr, erreichen lässt sich dieses Ziel sowieso mit keinem der Songs des Albums, was aber keineswegs bedeutet, dass man nicht auf seine Kosten kommt. Da man ja eigentlich den etwas rufferen NY-Sound zum Vorbild hat, packt Stine etwa in "Bad Things" ein wunderbar vertaubtes Voice-Sample aus, für das die Metermaids zusammen mit Sage auch etwas mehr Druck hinter ihre Bars pumpen. Auch "Victory Blvd." lebt von einer gesunden Produktionen, während die Metermaids eine wirre Selbstinszenierung als abgebrannte Typen zum Besten geben. Direkte Anliegen werden sowieso selten klar, die Ausnahme ist da "Ghost Town" mit typischer 9th-Wonder-Ausstattung, das der ersten großen Liebe nachtrauert. "Kill The Crow" beginnt als starke Metapher, wirkt durch die vier verschiedenen MCs wiederum etwas unfokussiert, kommt aber immerhin über seine guten Ansätze hinaus. Die Beats sind außerdem nicht schlecht, 9th Wonder schläfert den Hörer (fast) nie ein und Matt Stine überrascht mit teils sogar noch besserer Arbeit. Während 9th mit "Graveyard Shift" nur dank der nächtlichen Hustler-Raps nicht untergeht, kann er in "Get Down" und "Gone" für einen soliden (aber unspektakulären) Abschluss sorgen.

Dafür, dass weder die Metermaids noch ihr hier vorliegendes Album etwas Besonderes sind, verkauft sich das Duo doch recht gut. Alles andere als der direkte Hinweis darauf, dass dieses Werk eines wie tausend andere ist, wäre zwar unangebracht, doch das heißt schließlich nicht, dass man sich den Spaß nicht anhören kann. Vor allem als einfache Hintergrundmusik eignen sich diese 35 Minuten, an zwei bis drei Stellen trumpft man sogar beachtlich auf. Trotzdem: Unter der Annahme, dass die Metermaids große Ziele hatten, können sie mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden sein, zu oft (vor allem gemessen an der Spielzeit) versinkt man bis über beide Ohren in ostküstlicher Backpacker-Konformität. Das ist weder schlecht noch gut und legt somit eine Landung im mittleren Bereich hin.

5.4 / 10

Sonntag, 9. Oktober 2011

Lil Wayne - Tha Carter IV


Release Date:
29. August 2011

Label:
Cash Money Records / Young Money / Universal Republic

Tracklist:
01. Intro
02. Blunt Blowin'
03. Megaman
04. 6 Foot 7 Foot (Feat. Cory Gunz)
05. Nightmares Of The Bottom
06. She Will (Feat. Drake)
07. How To Hate (Feat. T-Pain)
08. Interlude (Feat. Tech N9ne & André 3000)
09. John (Feat. Rick Ross)
10. Abortion
11. So Special (Feat. John Legend)
12. How To Love
13. President Carter
14. Its Good (Feat. Jadakiss & Drake)
15. Outro (Feat. Bun B, Nas, Shyne & Busta Rhymes)

Review:
Man weiß gar nicht so recht, was man hier noch schreiben soll, denn vor dem am Ende des Jahres wahrscheinlich meistverkauften Rap-Album gibt es momentan sowieso kein entkommen - ein Album dieses Ausmaßes wurde schon vorab so breitgetreten und von allen Ecken beleuchtet, dass man sich gleich darauf beschränken kann, die wichtigen Fakten zu nennen: Nachdem Lil Wayne nach "Tha Carter III" endlich im Königshaus der gut betuchten Rap-Exzentriker und -Verrückten angekommen ist, schafft der Gnom aus New Orleans es, mit Drake und Nicki Minaj (inzwischen beide Selbstläufer) sogar zwei seiner Lakaien den Weg in die Welt der Stars zu ebnen. Es folgen ein grauenhafter Ausflug in die Rockwelt ("Rebirth"), acht Monate im Knast und ein währenddessen releastes, überbrückendes Album, bis nach Freilassung die Aufnahmen für "Tha Carter IV" von Grund auf neu beginnen.

WRITTEN FOR Rap4Fame
 
Rein zufällig setzt "Tha Carter IV" nicht nur eine knappe Million Einheiten in der ersten Woche ab, es lasten auch ähnlich hohe Erwartungen auf der Platte, denen Wayne mit einer dicken Gästeliste im Gepäck (anstatt die ganze Young-Money-Bande loszulassen) entgegentritt. Dazu kommen viele unbekannte und wenige bekanntere Producer, von denen - so viel sei jetzt schon gesagt - keiner wirklich hervorsticht. Die einzige Ausnahme hiervon mag Bangladesh sein (der sich nach kurzweiligen Beschwerden über die Zahlungen zu "A Milli" inzwischen wieder mit Wayne versteht), der die ein halbes Jahr alte, insgesamt gelungene Single "6 Foot 7 Foot" schustert, die wieder schön eingängig durch die Hörgänge rummst und einen krächzenden Weezy in seinem arroganten Element zeigt. Ohne Frage sind Songs dieses Schlags mit diversen Einzeilern sehr unterhaltsam, doch schon hier zeigt Weezy ab und an schwache Lines ("I think you stand under me if you don't understand me", in diesem Fall einfach ein alter Hut). Das wird schnell zum Problem, denn es zeigt sich, dass Weezy ausschließlich das thematisiert, was ihn in seinem Leben tangiert (der Knastaufenthalt kommt dabei noch recht kurz), in erster Linie also sein Leben als Superstar, seinen Reichtum und die für ihn feststehende Geistes- und Skillgröße. Das ist von Zeit zu Zeit in Ordnung, wird aber schnell ermüdend eintönig, zumal Wayne teilweise etwas einfallslos klingt - wer in letzter Zeit auf gefühlten 1000 Hochzeiten tanzte, bei dem verwundert das nicht. Tracks wie "Megaman" sind zu allem Überfluss auch noch alles andere als stimmlich unanstrengend. Die LP besteht also aus Tracks, in denen Wayne sich selbst feiert sowie einigen wenigen, in denen er gerne ein anderes Thema ansprechen würde, es aber nicht auf die Reihe bringt: Sollte "Nightmares Of The Bottom" seine Kittchen-Episode abhandeln? Was hat "Abortion" ("When life sucks I just enjoy the head") mit seinem Titel zu tun? Wie passen Wayne's übliche, Frauen objektisierende Proleten-Raps auf ein düsteres Streicher-Gerüst wie "She Will"? Damit hören die Sternstunden der Platte aber noch nicht auf: Zementiert in die fast durchgehend durchschnittliche Produktion, die nicht nach mehr als einem unkreativen Querschnitt dessen klingt, was aktuell angesagt ist, versucht etwa ein John Legend, in "So Special" mit feinem Gesang (aber schlüpfrigem Text), ein wenig Charakter beizusteuern, hat damit aber ähnlich wenig Erfolg wie Officer Ross im gähnend langweiligen "John". Vollkommen mit sich selbst beschäftigt ist das unschön produzierte "Blunt Blowin'", in dem man sich anhören darf, wie toll Lil Weezy genau ist. Ein ähnliches Thema pachtet auch "President Carter", nur hier stimmt der Beat und auch Lil Tunechi liefert mit einer beherrschten, ruhigeren Performance einen der besten Momente der LP. Im Gegenzug marschieren "How To Hate" und "How To Love" auf, Ersteres mit grauenhaft exzessivem Auto-Tune (während Weezy tatsächlich halbwegs fokussiert über eine Ex-Freundin spricht), Zweiteres als der bittere Tiefpunkt des Albums, eine radiofreundliche Schnulzen-Single mit haarsträubendem Gesang über irgendeine schon mehrmals (gefühlsmäßig) verletzte Dame. Wie das ins Weltbild des Lil Wayne passt, der auf fast allen anderen Tracks die Ladies um weniger Unterleibsbekleidung bittet, weiß nur der Marsianer selbst. Ein Ende hat der Spaß damit aber noch nicht, es fehlt noch "It's Good" mit einem unpassenden Jada und zärtlichen, unheimlich aufgebauschten Zeilen gegen Jay-Z ("Talkin' bout baby money? I got your baby money / Kidnap your bitch, get that "how much you love your lady"-money") sowie "Intro", "Interlude" und "Outro", allesamt mit demselben Beat, der von Willy Will mit Snaps, Kick und Hörnern solide verkleistert wurde und der Weezy selbst nur im "Intro" beheimatet. Ironischerweise machen André 3000 und vor allem der alles überstrahlende Tech N9ne den besten Track der Platte aus, dem das "Outro" (leider mit einem aus der Versenkung ausgegrabenen, unglaublich beschissen japsenden Shyne) folgt.

Egal ob man Weezy nun mag, nicht mag oder ihm gleichgültig gegenübersteht - die Ausbeute von "C4" ist mager. "Megaman" und "6 Foot 7 Foot" taugen als dick aufgetragene Feier-Songs, der Rest geht fast komplett in Disharmonie mit Wayne's kindlicher Art unter. Abgesehen von den zwei besten Songs natürlich, auf denen der Herr gar nicht vertreten ist. Die restlichen Produktionen sind zumeist herzlich uninspiriert und eines selbstgekrönten größten Rappers aller Zeiten nie und nimmer würdig, doch schließlich ist der Gastgeber ebenfalls nicht in Bestform und sehr wiederholend. Der Großteil von "Tha Carter IV" ist eine austauschbare Kollektion von anderswo in besserer Ausführung Gehörtem, dem der charismatische Zwerg aus New Orleans nicht das gewisse Etwas mit auf den Weg geben kann.

3.6 / 10

Sound Survivors - P.E.A.C.E. (Pure Energy Allows Constant Elevation)


Release Date:
23. September 2011

Label:
Rapublik Records / MKZwo Records

Tracklist:
01. The Arrival
02. P.E.A.C.E. (Feat. Shogun Of Dark)
03. 123
04. Ma Soul (Feat. Craig G)
05. Hold You
06. Weltkrieg V3.0 (Bonus)
07. Last Hill (Feat. Tos El Bashir)
08. Light Travel (Feat. Constant Elevation & 9th Scientist)
09. Who Can Help Us?
10. Gloomy Days (Feat. Aslaam Mahdi)
11. Lost Hill State Of Mind (Bonus)

Review:
Während in der heutigen Zeit viele Künstler vor der Entscheidung stehen, ein Album ausschließlich digital zu veröffentlichen oder CDs pressen zu lassen, haben die Sound Survivors die Eier, ganz gepflegt auf CDs zu pfeifen und ihr neues Projekt neben der digitalen Form lediglich auf Vinyl (als Anreiz fürs sammelnde Junkie-Zielpublikum sogar in spezieller, transparenter Form) zu veröffentlichen. So hielt man das schon bei den letzten beiden Veröffentlichungen, den ebenfalls auf Rapublik erschienenen "Tree Of Life" (mit Invincible Temple) und "Working Class Heroes", das neue "P.E.A.C.E." soll als die vorerst letzte (HipHop-)Platte in dieser Art erscheinen, für die übrigens Mitglied Marabou das Cover-Logo auf einer Reise nach China zeichnete.

WRITTEN FOR Rap4Fame
 
Am Gemütszustand der deutsch-französischen Truppe hat sich kaum etwas geändert, auch Aufstellung und Aufgabenverteilung funktionieren so wie früher, beispielsweise auf "Boom Bap Blues". Tom Select schustert immer noch alle Beats und die bereits bekannte Blickrichtung, die aus dem Titel des eben genannten Albums ersichtlich ist, gibt noch immer den Ton an. Genau genommen soll "P.E.A.C.E." sowieso nur eine Art Überbrückung bis zum nächsten vollwertigen Album sein, weswegen es abzüglich der Bonus-Tracks fast EP-Format hat. Wie schon klar auf dem Cover zu erkennen begeben sich die Sound Survivors ins Feld der so beliebten Apronyme: "Pure Energy Allows Constant Elevation" ist die Devise, weswegen im Pressetext gleich einmal die innere Energie des Menschen an die physikalische Einheit angehängt wird. Das ist mäßig sinnvoll, doch mit esoterischen Blödsinnsweisheiten wird im Albumverlauf glücklicherweise niemand behelligt. Vielmehr regieren wieder Texte, die gesunde Belesenheit und überdurchschnittlichen Wortschatz zur etwas unfokussierten Grundaussage bündeln, welche schon vom eröffnenden Sample Howard Beales aus "Network" (das den Großteil von "Arrival" ausmacht) zusammengefasst wird: Die Massen sind dumm und unmündig, man befindet sich in einem Dämmerzustand. Zwar sehen sich die Sound Survivors als Weise, die jene Massen adressieren, Patentlösungen gibt es allerdings keine. Die innere Energie des Menschen hat nämlich nichts mit jener aus der Wärmelehre zu tun, wie die konstante Elevation zu erreichen ist, wird nicht klar. Doch dies nur nebenbei, denn abgesehen davon sind die Texte wieder einmal wesentlich unterhaltsamer als bei vielen anderen Künstlern. Dabei ist immer noch keiner der Akteure ein Rapper der Spitzenklasse, die gemächlichen Flows geben aber auch keinen Anlass zur Kritik. Was allerdings kritisiert werden kann ist der Umstand, dass auch die Beats in diesem gemächlichen Tempo ihren Boom Bap Blues spielen und die LP so teils etwas träge daherkommt: Der Titeltrack "P.E.A.C.E." dient hier als Beispiel, wobei Gast Shogun Of Dark ebenfalls keine Abhilfe schafft. Auch "Weltkrieg V3.0" ist nicht schlecht, aber produktionstechnisch nicht unbedingt lebendig genug, um es von der "Boom Bap Blues" für einen zweiten Auftritt hierauf zu bitten. Sich des Weiteren Ayatollah's "Hold You" auszuleihen ist gewagt und kann gegen das Masta-Ace-Original nicht bestehen, wenngleich man sich nicht schlecht schlägt. Jedenfalls besser als im trist produzierten "Ma Soul" mit Lou Sparks zu Beginn und standardmäßigen Salven gegen schlechte Rapper von Craig G. Mit der B-Seite wird das Album dann besser, vor allem "Light Travel", das sein langsames Tempo erstmals richtig ausnutzt, und das in seiner Drumline vom Rest der Scheibe gelungen abweichende "Who Can Help Us?" fahren Pluspunkte ein. Es stellt sich dann noch die Frage, wieso man mit "Lost Hill Sate Of Mind" Nas' Klassiker neu interpretieren musste, ansonsten kommt man zu einem Ende ohne weitere Fehltritte.

Das größte Problem, das die Sound Survivors selbst verschulden: "P.E.A.C.E." klingt streckenweise eher wie ein Mixtape. Da wird einmal ein Beat gejackt, ein Klassiker kopiert und ein Track vom "Boom Bap Blues"-Album ans Ende der A-Seite gesetzt (Bonus-Track hin oder her). Da außerdem bei den restlichen Beats keine Offenbarungen warten (sondern stattdessen an einigen Stellen Langeweile) und weder Sound Survivors noch Gäste als Rap-Lichtgestalten glänzen, verbleiben als größtes Aushängeschild die Lyrics, die selbst Battle-Raps interessant machen. Wer also genau darauf aus ist, der darf nach "P.E.A.C.E." Ausschau halten, alle anderen können das Werk als optionale Anschaffung betrachten, sollten aber im Zweifelsfall eher zu "Boom Bap Blues" greifen oder auf das nächste Album warten.

4.8 / 10